Toxikologie
Eine Toxikologische Bewertung von MTBE:
- MTBE wurde von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft in der MAK- und BAT-Werte-Liste (DFG, 2000) der Kategorie 3B den krebserzeugenden Arbeitsstoffen zugeordnet. Die MAK-Kommission hat MTBE hiermit als nicht gentoxisches Kanzerogen eingestuft, für das eine Grenzkonzentration in der Arbeitsluft aufgestellt werden kann, bei der keine Schädigungen zu erwarten sind. MTBE wurde als Grenzfall zwischen Nichteinstufung und Einstufung in die Kanzerogenitätskategorie 3 bewertet (DFG, 2000).
- Im Gegensatz zur MAK-Kommission hat die EU-Kommission MTBE nicht als kanzerogen eingestuft. Die Veröffentlichung der für MTBE verbindlichen Gefahrstoffkennzeichnung ist am 29. April 2004 mit der EU-Richtlinie 2004/73 erfolgt, nach der MTBE lediglich als leichtentzündlich und hautreizend einzustufen ist. In Tierversuchen wurde für alle Expositionspfade eine nur geringe akute Toxizität beim Säuger festgestellt. Eine kanzerogene Wirkung wurde bei Ratten und Mäusen bei inhalativer Exposition > 300 ppm und bei oraler Exposition > 250 mg/kg beobachtet.,die von der EU-Kommission und anderen internationalen Expertengremien wie der International Agency of Research on Cancer (IARC) als für den Menschen nicht relevant bewertet wurden.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO, 1998) kommt in ihrem Bericht zu MTBE zu dem Schluss, dass für die allgemeine Bevölkerung unter den bestehenden Belastungsbedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine akuten Gesundheitsrisiken zu erwarten sind (WHO, 1998). Auf der Basis der verfügbaren Informationen wird MTBE damit für den Menschen als nicht kanzerogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft.
- In Kalifornien und Dänemark wird derzeit für Trinkwasser ein MTBE-Grenzwert von 5 µg/l angewendet. Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA hat für Trinkwasser einen sensorisch begründeten Eingreifwert von 20 – 40 µg/l empfohlen. Eine Arbeitsgruppe der LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) hat eine Konzentration von 15 µg/l als Geringfügigkeitsschwelle zur Bewertung der Einträge ins Grundwasser festgelegt. Alle vor genannten Werte sind nicht toxikologisch begründet und basieren ausschließlich auf den auffälligen organoleptischen Eigenschaften des MTBE (Geruch und Geschmack).
==> Je Nach Bewertungsinstitution unterschiedliche Bewertungen
